Warum eine sorgfältige Diagnostik so wichtig für dich ist

Wie wird eine
Depression
festgestellt?

Wie stellen Fachleute eine Depression fest?

Zunächst einmal ist wichtig, dass du dich von Fachpersonen/Expert*innen mithilfe einer sogenannten Diagnostik untersuchen lässt (Erfahre hier mehr dazu!). Denn nur Fachpersonen können eine Depression feststellen. Die Diagnostik sollte ausführlich (meist mittels mehrerer Untersuchungen) erfolgen. In die Diagnostik bezieht man sowohl dich und in der Regel deine Eltern mit ein. Manchmal kann es sinnvoll sein, weitere Personen miteinzubeziehen, mit denen du viel in Kontakt bist, wie z.B. deine Großeltern. Nur so kann man feststellen, ob du überhaupt eine psychische Erkrankung hast und sicherstellen, dass die Probleme, die du hast, auch wirklich auf eine Depression und nicht auf andere Erkrankungen zurückgehen. Die Diagnostik hilft auch dabei, psychische Begleiterkrankungen der Depression zu erkennen.

AUS WELCHEN TEILEN BESTEHT EINE DIAGNOSTIK?

Gespräche mit einer Fachperson

Zunächst befragt eine Expertin oder ein Experte dich ausführlich dazu, wie es dir geht. Er oder sie stellt dir Fragen wie: „Welche Schwierigkeiten hast du? Wie häufig und wann treten die Schwierigkeiten auf? Wann haben sie begonnen?“. Diese Fragen fasst man unter dem Fachbegriff „Exploration“ zusammen. Außerdem werden dir Fragen gestellt, die sich auf dein Denken, Fühlen, Erleben und auf dein Gedächtnis beziehen, z.B.: „Wie schätzt du zurzeit deine Konzentrationsfähigkeit ein? Hat sich in letzter Zeit deine Stimmung verändert?“. Man spricht hier vom psychopathologischen Befund.

Außerdem befragt man dich und deine Eltern genau zu deiner Erkrankungsgeschichte (Anamnesegespräch). Um Infos zu sammeln, die mit deinen Problemen in Verbindung stehen bzw. zu deiner Erkrankung beigetragen haben könnten. Dabei unterscheidet man zwischen Eigenanamnese (Informationen, die du gibst) und Fremdanamnese (Informationen, die Eltern oder andere Personen, die wichtig für dich sind, liefern). In einem Elterngespräch geht es z.B. darum, wie deine Geburt verlief, wie du dich als Kleinkind entwickelt hast; es geht um Berichte aus dem Kindergarten, um Schulzeugnisse, deine persönlichen Stärken, um Belastungen, mögliche frühere psychische Probleme, auch um frühere medizinische und psychotherapeutische Behandlungen (wenn es welche gab) und um (psychische) Erkrankungen in deiner Familie. Man versucht, deine Familien- und Schulsituation genau zu erfassen und auch zu erfragen, welche Hobbys und Freunde du hast.

DIE PSYCHOLOGISCHE DIAGNOSTIK

Klinisches Interview:

Anhand eines Leitfadens befragt man dich zu unterschiedlichen Bereichen, in denen du womöglich Probleme hast. Die Fragen lauten dabei z.B.: „Hast du seit zwei Wochen oder auch schon länger keine Freude an Dingen, die du sonst gerne machst? Unternimmst du also z.B. weniger mit deinen Freund*innen?“. Das hilft festzustellen, ob eine depressive Erkrankung vorliegt. Mithilfe eines klinischen Interviews klärt man auch, ob neben einer Depression noch andere psychische Begleiterkrankungen vorliegen (z.B. eine Angststörung). Weitere Informationen findest du hier.

Fragebögen:

Ein Teil der Diagnostik erfolgt über Fragebögen, die du bzw. deine Eltern (ggf. die Lehrer*innen) ausfüllen. Es gibt viele unterschiedliche Fragebögen, die je nach Problemlage zum Einsatz kommen, z.B. Fragebögen …

— zur Ausprägung der Depression
— zu allgemeinen psychischen Problemen
— zu Stress(-bewältigung)

Leistungsdiagnostik:

Manchmal wird eine Leistungsdiagnostik (Intelligenz-Testung) empfohlen. Sie kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein, z.B. um als mögliche Ursache der Depression schulische Überforderung auszuschließen. Wenn man andauernd schulisch überfordert ist, kann das depressive Symptome auslösen.

DIE KÖRPERLICHE UNTERSUCHUNG





Die körperliche Untersuchung ist wichtig, um körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen) für depressive Symptome auszuschließen. Diese Untersuchung umfasst z.B., dass man deine Blutwerte prüft (u.a. um Erkrankungen der Schilddrüse auszuschließen) oder dich neurologisch untersucht, also z.B. prüft, ob bestimmte Reflexe ausgelöst werden.

Alles, was aus dem Gespräch mit der Fachperson, dem klinischen Interview, den Fragebögen, der körperlichen Untersuchung und ggf. der Leistungsdiagnostik sowie aus Beobachtungen deines Verhaltens sich ergibt, wird dann zusammengefasst. Aus diesen Infos lässt sich dann feststellen, ob du eine Depression hast und ob ggf. weitere psychische Erkrankungen vorliegen oder nicht. Erst wenn ganz sicher ist, dass du eine Depression hast, kann man die weitere Behandlung und weitere Schritte planen.

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