Was du über den stationären Aufenthalt in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wissen solltest

Die große Entlastung

Manchmal ist es nötig, eine depressive Erkrankung vollstationär oder teilstationär zu behandeln. Vollstationär bedeutet: Du verbringst für einen bestimmten Zeitraum (oft mehrere Wochen bis mehrere Monate) deinen gesamten Alltag in einer Spezialklinik und übernachtest dort auch. Teilstationär oder in einer Tagesklinik bedeutet: Du bist für mehrere Wochen oder Monate von montags bis freitags in der Klinik, am späten Nachmittag oder frühen Abend aber gehst du immer nach Hause und übernachtest dort auch. Ein Video zu Erfahrungen in einer Tagesklinik findest du hier.

So läuft das in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ab

Ein ganzes Team aus Ärzt*innen, Pflege- und Erziehungskräften, Fachtherapeut*innen und Kreativtherapeut*innen kümmert sich um dich. Wobei sich die Kinder- und Jugendpsychiatrien von normalen Krankenhäusern unterscheiden. Denn du brauchst eine Umgebung, die deinem Alter entspricht – und die dich entspannt und entlastet. Das Fachpersonal hier trägt deshalb zum Beispiel meist keine Kittel, und die Behandlungsangebote – Freizeit- und Spielangebote genauso wie therapeutische Gruppenangebote – sind genau auf dein Alter und deine Entwicklung ausgerichtet. Übrigens: Auf den schulischen Unterricht musst du nicht verzichten, der findet in sogenannten Klinikschulen statt. (Weitere Informationen findest du hier.)

PLÄNE UND REGELN GEBEN STRUKTUR

Während des stationären Aufenthalts bekommst du einen Wochenplan, der dir hilft, deine ganze Woche „auf Station“ zu strukturieren. Er ist individuell abgestimmt und wird mit dir besprochen. So weißt du immer, was als Nächstes kommt: Essenszeiten, Aufsteh- und Zubettgehzeiten, der Schulunterricht, die verschiedenen Psychotherapieangebote (Einzelpsychotherapie, Gruppenpsychotherapie), die Kreativtherapien (wie z.B. Kunsttherapie), die Familiengespräche. Und natürlich weißt du so auch, wann du Freizeit hast. Beim vollstationären Aufenthalt bist du entweder in einem Einbettzimmer oder in einem Mehrbettzimmer zusammen mit anderen Kindern und Jugendlichen deines Geschlechts untergebracht. Auf jeder Station gelten bestimmte Regeln, die z.B. festlegen, wann Ruhezeiten und Besuchszeiten sind oder wann und wie lange du das Smartphone benutzen darfst. Diese Regeln geben dir Struktur und tragen dazu bei, dass das Zusammenleben auf der Station gut funktioniert.

Österreich und Schweiz: In Österreich und in der Schweiz ist der Ablauf einer stationären Behandlung zu der in Deutschland ähnlich. Die Bezeichnung der Klinikschulen kann länderspezifisch etwas variieren. In Österreich spricht man auch von Heilstättenschulen; in der Schweiz von Spitalschulen.

Finde hier alle relevanten Infos

VORALLEM WICHTIG: ENTLASTUNG

Viele sind erst mal verunsichert, wenn sie „stationärer Aufenthalt“ hören. Oft ist eine stationäre Aufnahme aber sowohl für die Kinder und Jugendlichen als auch für die Eltern eine große Entlastung. Weil die Verantwortung nicht mehr allein bei dir und deiner Familie liegt und es guttut, professionell unterstützt zu werden. Ein stationärer Aufenthalt sorgt außerdem dafür, dass der Alltag (neu) strukturiert wird.

Und: Man kann in der Klinik ganz intensiv an bestimmten Problemen arbeiten und Stärken gezielt fördern und Erfahrungen mit anderen Kindern und Jugendlichen in der Gemeinschaft sammeln. Während des Aufenthalts kümmern sich Expert*innen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Fähigkeiten (medizinischen, psychologischen, pädagogischen, therapeutischen) um dich; so ist eine individuelle Betreuung und Behandlung möglich.

Außerdem ist es gut, dass du dich über mehrere Wochen in unterschiedlichen Situationen erlebst und bei Schwierigkeiten gleich Hilfe bekommst. Das entlastet dich.

DAS SIND DIE NÄCHSTEN ARTIKEL

Artikeleinstieg_Erste_Hilfe.png
Depression behandeln

Erste Hilfe bei einer Depression

Jeder hat mal schlechte Stimmung. Aber woher weißt du, ob deine...

Lies den ganzen Artikel!
Artikeleinstieg_Was_du_selbst_tun_kannst.png
Depression behandeln

Was du selbst tun kannst, um raus aus der Depression zu kommen

Du hast dir Hilfe bei einer Fachperson gesucht und bist in...

Lies den ganzen Artikel!
ArtikeleinstiegWas darf Ich? Was soll ich? Was kann ich?.png
Depression behandeln

Was muss ich? Was soll ich? Was darf ich? Was kann ich?

Wie gehst du mit einer Depression in der Schule um? Hier sind...

Lies den ganzen Artikel!
01 Artikeleinstieg_Was_ist_die_Leitlinie.png
Depression behandeln

Die S3-Behandlungsleitlinie und was dahintersteckt

Hier stellen wir dir Empfehlungen zur Behandlung depressiver...

Lies den ganzen Artikel!
01 Artikeleinstieg_Empfehlungen_leichter_mittel_u_schw_Depression.png
Depression behandeln

Leicht, mittel oder schwer - welche Behandlung passt am besten?

Eins ist ganz klar: Jede Form der Depression – ob leicht,...

Lies den ganzen Artikel!
Artikeleinstieg_Psychotherapie.jpg
Depression behandeln

Warum Psychotherapie? Und warum für dich?

Was ist eine Psychotherapie? Die Psychotherapie ist eine Methode,...

Lies den ganzen Artikel!
01_Artikeleinstieg_Antidepressiva.jpg
Depression behandeln

Antidepressiva? Müssen die wirklich sein?

Wie wirken Antidepressiva? Antidepressiva, also Medikamente zur...

Lies den ganzen Artikel!
04 Artikeleinstieg_Ambulante_teil.._Behandlung.png
Depression behandeln

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In den meisten Fällen können Kinder und Jugendliche, die eine...

Lies den ganzen Artikel!

Hilfe finden!