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EIN BEWUSSTER UMGANG MIT MEDIEN IST WICHTIG. HELFEN SIE IHREM KIND DABEI

Medien spielen heute eine wichtige Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen. Viele verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit mit Smartphone-Nutzung, Videospielen und Fernsehen. Über Smartphones, Tablets und Laptops sind Inhalte aller Art jederzeit und von überall aus abrufbar. Das kann den Alltag in vielerlei Hinsicht erleichtern. Über soziale Medien wie Instagram, WhatsApp oder Snapchat bleiben Kinder und Jugendliche mit ihren Freund*innen in Kontakt. Außerdem haben sie unendliche Möglichkeiten, sich zu informieren, zu lernen und sich unterhalten zu lassen. Aber: Internet-Medien können für Kinder und Jugendliche auch gefährlich sein, z.B. wegen der exzessiven Darstellung von Gewalt und Sexualität. Es gibt auch Hinweise darauf, dass der „übermäßige“ Medienkonsum zur Entwicklung einer Depression beitragen kann. Deshalb ist ein bewusster Umgang mit Medien sehr wichtig. Hier finden Sie Empfehlungen für den Umgang mit dem Medienkonsum bei Ihrem Kind:

Mit gutem Beispiel vorangehen:

  • Kinder und Jugendliche orientieren sich bei der Nutzung von Medien nicht nur an ihren Freund*innen oder ihrer Altersgruppe, sondern auch am familiären Umfeld. Besonders Sie als Eltern können Vorbilder in Sachen Mediennutzung sein.

  • Hinterfragen Sie Ihren eigenen Medienkonsum. Welche Medien nutzen Sie? In welchen Situationen? Wie häufig? Wenn Sie z.B. den Eindruck haben, dass Sie zu viel „am Smartphone hängen“, versuchen Sie diese Zeit zu reduzieren. Vor allem, wenn die Mediennutzung dazu führt, dass Sie zu wenig Zeit für Ihre Familie haben.

  • Sorgen Sie für medienfreie Zeit, in der Sie Ihr Smartphone, Ihr Tablet und Ihren Laptop beiseitelegen. Das sollte insbesondere gelten, wenn Sie Zeit mit Ihrem Kind verbringen, z.B. gemeinsam essen oder gemeinsam etwas unternehmen.

  • Der Fernseher sollte nur angeschaltet sein, wenn Sie oder Ihr Kind aktiv fernsehen. Er sollte nicht im Hintergrund als Untermalung anderer Aktivitäten laufen. Schalten Sie den Fernseher aus, wenn Sie z.B. gemeinsam mit Ihrem Kind essen oder wenn Ihr Kind Hausaufgaben macht.

ÜBER MEDIEN, DIE IHR KIND NUTZT, SPRECHEN

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Medien, die es nutzt: Welche Videospiele spielt es? Welche Apps nutzt es? Für welche Medien interessiert es sich? Zeigen Sie Interesse an der Mediennutzung Ihres Kindes. Denn dann wird es sich eher an Sie wenden, wenn es sich unsicher fühlt oder mit Problemen konfrontiert ist (z.B. mit Inhalten in Kontakt kommt, die nicht altersangemessen, gewaltverherrlichend oder pornographisch sind).

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Es hilft, wenn Sie Ihrem Kind erklären, was alles hinter bestimmten Medien steckt; dass z.B. Werbung auf beliebten sozialen Medien wie Instagram Ihr Kind dazu verleiten soll, bestimmte Produkte zu kaufen. Positionieren Sie sich klar dazu. Äußern Sie Ihre Meinung zu den Medien, die Ihr Kind nutzt oder nutzen möchte, und besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob Sie die Inhalte angemessen finden. Ein offener Austausch kann dazu führen, dass Ihr Kind selbst seine Mediennutzung hinterfragt und auch besser einordnet, wie manche Medien missbraucht werden können – z.B. zur Sammlung von Nutzerdaten.

Den bewussten Umgang mit Medien fördern:

  • Versuchen Sie, sich einen Einblick darüber zu verschaffen, wie viel Zeit Ihr Kind mit Medien verbringt (z.B. Internet, soziale Medien, Videospiele). Es kann hilfreich sein, den Fernseher oder die Spielkonsole an Orten zu platzieren, wo Sie diese im Blick haben. So sind Sie besser über einen Teil des Medienkonsums informiert. Das kann auch dazu führen, dass Ihr Kind die Geräte nicht übermäßig häufig benutzt. Generell gilt die Empfehlung: kein Fernseher und keine Spielkonsole im Kinderzimmer!

  • Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, seine Mediennutzung selbst zu überprüfen. Einige Smartphones und Tablets zeigen z.B. an, wie lange welche Anwendung am Tag benutzt wurde.

  • Es wird empfohlen, dass Medien in bestimmten Situationen nicht genutzt werden. Z.B. wenn Ihr Kind Hausaufgaben macht bzw. für die Schule lernt, wenn gemeinsame Mahlzeiten eingenommen werden oder Familienaktivitäten stattfinden.

  • Dass Kinder und Jugendliche viel Zeit mit Medien verbringen, ist heute normal. Generell ist es aber schwierig, z.B. anhand einer fixen Stundenzahl festzulegen, was eine zeitlich angemessene und was eine „übermäßige“ Mediennutzung ist. Denn das ist natürlich immer auch abhängig davon, welche Medien genutzt werden und zu welchem Zweck. Auch spielen das Alter und der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine wichtige Rolle. Eine Faustregel lautet: Die Mediennutzung ist ungesund, wenn z.B. Freundschaften vernachlässigt bzw. negative Auswirkungen deutlich werden (etwa, wenn Ihr Kind sich in der Schule verschlechtert oder oft schlechter Stimmung ist). Tragen Sie dazu bei, den übermäßigen Medienkonsum Ihres Kindes, der zu Lasten z.B. von Verabredungen mit Freund*innen, von Hobbys oder der Schule geht, zu vermeiden.

Medienkonsum reduzieren:

  • Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind sich sehr viel mit Medien beschäftigt, versuchen Sie herauszufinden, warum das so ist. Aus Langeweile? Dann können Sie ihm alternative Vorschläge für Aktivitäten machen. Versucht Ihr Kind via Mediennutzung Problemen im Alltag zu entfliehen oder Stress abzubauen? Unterstützen Sie Ihr Kind dann dabei, andere Wege zu finden, um mit Problemen und Stress umzugehen.

  • Intensive Mediennutzung kann vor allem dann negative Auswirkungen haben, wenn Ihr Kind nur wenige Freund*innen hat und sich von anderen eher zurückzieht. Dann ist es besonders wichtig, dass Sie Ihr Kind aktiv dabei unterstützen, Kontakt zu Gleichaltrigen aufrechtzuerhalten und neue Kontakte zu knüpfen.

  • Weitere Tipps finden Sie hier: „Gesundes Verhalten fördern“/„Umgang mit Problemen“/„Umgang mit Stress“.

  • Sie können auch gemeinsam mit Ihrem Kind einen Plan zur Mediennutzung erstellen. In diesem Plan legen Sie zusammen fest, wie lange Ihr Kind am Tag bestimmte Medien (z.B. das Smartphone) nutzen darf; und wieviel Zeit für andere Aktivitäten (z.B. Verabredungen mit Freund*innen oder Sport) eingeplant wird. So ein Plan hilft, gemeinsam einen übermäßigen Medienkonsum schrittweise zu reduzieren.

AUFMERKSAM SEIN FÜR PROBLEMATISCHE MEDIENNUTZUNG

Es kann vorkommen, dass Mediennutzung problematisch, ungesund, schädlich wird. Vi-deospiele z.B. machen Kindern und Jugendlichen oft so viel Spaß, dass sie immer mehr Zeit damit verbringen wollen. Dies kann in manchen Fällen zu einer Abhängigkeit führen. Typische Anzeichen einer solchen Abhängigkeit sind: Ihr Kind beschäftigt sich übermäßig mit Medien und hat Schwierigkeiten, mit der Mediennutzung aufzuhören bzw. sie einzuschränken. Und: Es vernachlässigt andere Aktivitäten (z.B. Verabredungen mit Freund*innen oder Sport). Das hat negative Konsequenzen (z.B. Vereinsamung, Verschlechterung in der Schule, Konflikte mit Eltern).

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Suchen Sie sich Hilfe und Unterstützung, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind zu viel Zeit mit Medien (z.B. Videospielen) verbringt; dass sich seine Stimmung verschlechtert; dass es sich zurückzieht, weniger kommuniziert und immer weniger nichtmedialen Aktivitäten nachgeht. Weitere Informationen und Tipps zur Therapeutensuche finden Sie hier.

FÜR GUTEN SCHLAF UND GESUNDE ERNÄHRUNG SORGEN

Wenn Ihr Kind Medien unbedacht nutzt, kann sich das negativ auf den Schlaf auswirken: Ihr Kind schläft schlecht oder später ein, bekommt insgesamt zu wenig Schlaf. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Kind sein Smartphone, Laptop, Tablet und andere elektrische Geräte mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen abschaltet. Denn das blaue Licht, das von den Bildschirmen elektrischer Geräte ausgeht, hält wach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kinder und Jugendliche neigen dazu, Süßigkeiten und ungesunde Snacks zu essen, während sie fernsehen oder Videospiele spielen. Geben Sie Ihrem Kind alternativ gesunde Snacks wie Rohkost oder Obst und ermutigen Sie es dazu, sich diese Snacks selbst zuzubereiten. Weitere Informationen und Ernährungstipps finden Sie hier.

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VOR „CYBERMOBBING“ SCHÜTZEN

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Wer das Internet, insbesondere soziale Medien, nutzt, begibt sich auch in Gefahr, digital gemobbt zu werden. Hier erfahren Sie wie Sie Ihr Kind vor „Cybermobbing“ schützen und weitere Tipps zum Umgang mit Mobbing.