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Ergänzende Behandlungsmaßnahmen

für Ihr Kind

Bei der Behandlung von Depressionen im Jugendalter gilt die Psychotherapie als Behandlung der 1. Wahl. Bei mittelgradigen und schweren Depressionen wird auch die Behandlung mit einem Antidepressivum empfohlen. Antidepressiva können auch in Kombination mit einer Psychotherapie zum Einsatz kommen.

Neben diesen beiden Behandlungsverfahren (Psychotherapie und medikamentöse Behandlung) empfehlen Expert:innen zusätzliche Maßnahmen, die die Behandlung einer Depression bei Jugendlichen positiv unterstützen, allerdings nicht ersetzen können.

Sport und körperliche Aktivität

Ein gesunder Lebensstil fördert nicht nur die psychische Gesundheit und die Resilienz, also Widerstandskraft, gegenüber psychischen Erkrankungen, sondern trägt auch dazu bei, depressive Symptome zu lindern. Studien haben belegt, dass Sport und körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf den Behandlungsverlauf von Depressionen bei Jugendlichen haben.


Welcher Sport bzw. welche körperlichen Aktivitäten hier geeignet sind, hängt natürlich ganz Wesentlich von Ihrem Kind ab. Einige Anhaltspunkte von Expert:innen finden Sie hier:

  • Ausdauer-Aktivitäten, wie z.B. Spaziergänge, Joggen oder Fahrradfahren, Krafttraining und Gymnastik, jeweils alleine oder auch in Gruppen in einer leichten bis mittleren Intensität gelten als besonders geeignet.

  • Ideal ist, wenn Ihr Kind etwa dreimal pro Woche jeweils 45 bis 60 Minuten körperlich aktiv ist.

  • Für bestimmte Sportarten (z.B. Krafttraining, Gymnastik) bedarf es einer Anleitung durch eine Fachperson (z.B. ausgebildete:r Fitness-Trainer:in).

Wichtig ist, dass Ihr Kind etwas macht, was ihm liegt. Die positive Wirkung von Sport und Bewegung tritt dabei nicht (immer) sofort auf, sondern ist sehr individuell.

Künstlerische Therapien

Praxiserfahrungen zeigen, dass künstlerische Therapien (z.B. Kunsttherapie, Musiktherapie oder Tanztherapie) zur Unterstützung der Behandlung von Depressionen bei Jugendlichen z.B. ergänzend zur Psychotherapie, hilfreich sein können. Eine Besonderheit bei diesen ergänzenden Therapien ist, dass belastende Themen, die Jugendliche teilweise nur schwer in Worte fassen können, nicht-sprachlich ausgedrückt werden können. Gleichzeitig können bei diesen Therapien individuelle Stärken des Kindes, wie z.B. eine künstlerische Begabung, entdeckt und gefördert werden. Das kann Ihrem Kind viel Selbstvertrauen geben.

Die Kosten für diese Therapien werden bislang, wenn sie ambulant durchgeführt werden, in der Regel noch nicht von den Krankenkassen übernommen. Eine mögliche Kostenübernahme muss daher individuell mit der Krankenkasse besprochen werden.

Unter folgendem Link finden Sie weitere interessante Informationen zu den künstlerischen Therapien: https://www.bagkt.de/

Ergotherapie

Ergotherapie ist ein Behandlungsansatz, der laut Expert:innen zusätzlich zu einer Psychotherapie oder medikamentösen Therapie bei der Behandlung von Depressionen im Jugendalter sinnvoll sein kann. Hier werden Jugendliche mit einer Depression in ihrer Aktivität und Selbstständigkeit bestärkt, sodass sie Alltagsaufgaben wieder (besser) bewältigen können. Die Behandlung findet in der Regel einmal pro Woche über einen längeren Zeitraum statt. Eine Sitzung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Dabei lernen die Jugendlichen durch aktive Übungen, wie sie beispielsweise ihren Alltag besser gestalten können, indem sie individuelle Wochenpläne mit ausgewogenen Zeiträumen für Anforderungen und Pausen erstellen.

Ergotherapie kann als ergänzende Behandlungsmaßnahme von behandelnden Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen verschrieben werden. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in Deutschland, wenn eine psychische Erkrankung wie die Depression vorliegt. Private Krankenkassen haben dazu unterschiedliche Regelungen.

Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe

Probleme im Alltag, wie beispielsweise familiäre Konflikte oder Schwierigkeiten in der Schule bzw. Ausbildung, können zu der Entstehung einer Depression im Jugendalter beitragen. Gleichzeitig kann die Depression zu diesen Problemen beitragen. Hier können Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe unterstützen. Die Angebote sind vielfältig. Sie haben das gemeinsame Ziel, die Entwicklung Ihres Kindes zu unterstützen und es vor Gefahren zu schützen. So gibt es beispielsweise ambulante Erziehungshilfen, bei denen Fachpersonen der Kinder- und Jugendhilfe im Alltag gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind an Konflikten arbeiten oder bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben helfen. Außerdem gibt es einige wenige Schulen und Ausbildungsstellen, die speziell für junge Menschen mit einer psychischen Erkrankung, wie der Depression, ausgerichtet sind. Auch hier können Fachpersonen der Kinder- und Jugendhilfe neben den behandelnden Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bei der Auswahl und bei der Umsetzung beraten.