Über die vielen verschiedenen Belastungsfaktoren für eine Depression

Flucht und
Asyl

Hier beschreiben wir die häufigsten Belastungsfaktoren, die zur Entstehung einer Depression beitragen können. Zunächst mal ist es wichtig zu wissen: Eine Depression wird in der Regel nicht durch einen dieser Faktoren ausgelöst, es müssen mehrere zusammenkommen. Außerdem spielen diese Belastungsfaktoren eine wichtigere Rolle, wenn zusätzlich eine genetische Veranlagung für eine Depression vorliegt, weil beispielsweise jemand in deiner Familie an einer Depression erkrankt ist. Erfahre hier mehr zu den Ursachen einer Depression!

Das heißt: Jeder hat seine ganz eigene Entstehungsgeschichte der Depression. Dabei spielt es auch eine große Rolle, wie man Belastungen wahrnimmt. Eine schlechte Schulnote ist für den einen viel schlimmer und belastender als für andere. Jede*r nimmt Belastungen unterschiedlich wahr und entwickelt unterschiedliche Strategien, um damit umzugehen.

Kinder und Jugendliche, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten, sind oft stark belastet oder gar traumatisiert – und daher besonders anfällig für psychische Erkrankungen. Mehr dazu ( z.B. über Gewalt- und Verlusterfahrungen) kannst du unter „Belastungsfaktoren der Depression“ nachlesen.




Vielleicht hast du schon davon gehört oder bist sogar selbst betroffen: Viele geflüchtete Kinder und Jugendliche haben in ihren Heimatländern Armut erfahren, manche außerdem Krieg, Verfolgung und Gewalt erlebt. Oft haben sie eine wichtige Bezugsperson verloren (z.B. weil ein Elternteil gestorben ist) – oder sie wurden zeitweise oder dauerhaft von ihren Eltern getrennt.

Aus der Heimat fliehen zu müssen, ist ein schmerzhaftes, einschneidendes Erlebnis und kann auch ein Trauma darstellen. Oft ist die Flucht lebensgefährlich, die Betroffenen müssen Berge, Flüsse und Meere überqueren und Landesgrenzen überschreiten. Sie haben auf der Flucht oft große Angst, erleben häufig Gewalt oder werden Zeuge, wie anderen Gewalt angetan wird. Sie leiden oftmals unter Hunger, Durst und Krankheiten.

FREMD IN DER NEUEN HEIMAT

Obwohl vieles im „Zielland“ (also der neuen Heimat) dann besser ist, ist es nicht vorbei mit den Belastungen; und oft ergeben sich außerdem weitere Schwierigkeiten. Manche Kinder und Jugendliche haben einen sogenannten „unsicheren Aufenthaltsstatus“, das heißt, sie müssen dauernd Angst haben, wieder in ihr Heimatland abgeschoben zu werden. Außerdem haben geflüchtete Familien oft kein oder nur wenig Geld. Und weil Geflüchtete oft die neue Sprache noch nicht oder nicht ausreichend beherrschen, kann es vorkommen, dass sie sich fremd in der neuen „Heimat“ fühlen. Das ist besonders schlimm für Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern oder andere Verwandte ins Zielland kommen.

Illustration by Rimy Lyma

Oft ist es auch schwer, sich auf die neue Kultur und ganz andere Gewohnheiten – anderes Essen, andere Kleidung, andere Art, sich untereinander auszutauschen – einzustellen, vor allem, wenn es viele Unterschiede zum Heimatland gibt. Geflüchtete Kinder und Jugendliche können sich wie hin- und hergerissen zwischen neuer und alter Heimat fühlen.

Auch die Eltern geflüchteter Kinder und Jugendlicher haben in ihrem Heimatland und auf der Flucht oft Schlimmes erlebt. Das kann zu psychischen Erkrankungen der Eltern beitragen. Und die wiederum erhöhen bei den Kindern das Risiko, an einer Depression zu erkranken (siehe „Belastungsfaktoren der Depression“).

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